Arbeiten in Griechenland: Athen oder remote? Marcos Erfahrung
Marco hatte sich selbst eine Deadline gesetzt. Vor seinem dreißigsten Geburtstag wollte er eine Zeit lang im Ausland gelebt haben. Nicht nur reisen, sondern wirklich irgendwo wohnen und sich ein Leben aufbauen. Leben und Arbeiten in Griechenland ging ihm schon länger durch den Kopf: bezahlbar, sozial und auf eine Art warm, die über das Wetter hinausgeht. Er fand einen Kundenservice-Job in Athen, inklusive Unterkunft für den ersten Monat, und das reichte, um den Schritt wirklich zu wagen. In diesem Blog erzählt er, wie sein erstes Jahr wirklich aussah: von der temporären Unterkunft in Athen bis zur Remote-Arbeite aus Thessaloniki, welche Alltagskosten auf ihn zukamen und was Remote-Arbeiten in Griechenland eigentlich wirklich bedeutet.
Warum Griechenland und warum ein Remote-Start nie wirklich der Plan war
„Die Idee von Remote-Arbeit fand ich interessant, aber ich wusste auch, dass ich komplett alleine ins Ausland ziehe. Der Start im Büro hat mir direkt Struktur gegeben.“
Ich habe fast ein Jahr lang über Arbeiten in Griechenland nachgedacht. Die Lebenshaltungskosten wirkten attraktiv, das Wetter natürlich auch, aber vor allem die Idee, irgendwo komplett neu anzufangen, fand ich spannend. Als ich dann eine Kundenservice-Stelle in Athen mit Unterkunft für den ersten Monat gefunden habe, fühlte sich das einfach richtig an. Die Stelle war zuerst im Büro, und rückblickend war das genau das, was ich gebraucht habe.
Der Start im Büro hat mir direkt ein Team, eine Routine und Menschen gegeben, denen ich Fragen stellen konnte. Im Nachhinein glaube ich wirklich, dass genau diese erste Struktur dafür gesorgt hat, dass mein Umzug ins Ausland so entspannt verlief.
Der erste Monat in Athen: Unterkunft, Kosten und was du organisieren musst
Das Unternehmen organisierte für mich ein WG-Zimmer in Koukaki, einem Viertel südlich der Akropolis. Drei andere internationale Mitarbeitende waren in derselben Woche angekommen: eine Person aus den Niederlanden und zwei aus Deutschland. Niemand kannte Athen bereits, und genau das machte es irgendwie einfacher. Wir mussten alle dieselben Dinge herausfinden: Wo ist der nächste Supermarkt, wie funktioniert die Metro und welche Viertel sind eigentlich schön? Während meines ersten Monats in Griechenland kümmerte ich mich vor allem um praktische Dinge wie:
- Griechische SIM-Karte: ungefähr 10–15 € inklusive Datenvolumen
- AFM-Nummer (griechische Steuernummer): In Griechenland aber immer über den Arbeitgeber geregelt
- Bankkonto: Viele Internationale nutzen Piraeus Bank oder Alpha Bank
- Krankenversicherung: In Griechenland aber auch immer über den Arbeitgeber geregelt
- Ticket für Metro und Bus in Athen: ungefähr 30 € pro Monat
Die temporäre Unterkunft machte wirklich einen riesigen Unterschied. Statt direkt Stress mit Wohnungssuche zu haben, hatte ich Zeit, die Stadt erst einmal kennenzulernen und zu überlegen, wo ich in Griechenland eigentlich langfristig wohnen möchte.
Arbeiten in Athen: Büroalltag, Kundenservice und Routinen aufbauen
Ich arbeitete als Customer Service Agent in Griechenland für ein Tech-Unternehmen und unterstützte deutsch- und englischsprachige Kunden per Chat und Telefon. Das Büro lag direkt bei Monastiraki, mitten in Athen. Die meisten Kollegen waren ebenfalls internationale Mitarbeitende und zum ersten Mal im Ausland. Dadurch fühlte sich der soziale Teil direkt viel einfacher an.
Mein Arbeitsalltag gab meinen Wochen schnell Struktur. Ich stand jeden Morgen zur gleichen Zeit auf, fuhr ins Büro, holte Kaffee mit Kolleg:innen und baute langsam Routinen auf und dadurch fühlte sich das Leben in Griechenland immer normaler an. Das hat mich wahrscheinlich am meisten überrascht. Viele denken beim Leben in Griechenland sofort an Strand und Sonne, aber am Ende macht eine Routine viel mehr aus, als man denkt. Sobald sich der Alltag stabil anfühlt, wird alles automatisch leichter
Alltag in Athen: Viertel, Essen und monatliche Kosten
Nach ein paar Wochen fühlte sich Athen immer weniger wie ein Trip und immer mehr wie normales Leben an. Ich fand ein Café in der Nähe von Monastiraki, wo ein Flat White 2,80 € kostete. Kolleginnen zeigten mir Rooftop-Bars in Psiri und kleine Tavernen in Pangrati, in denen Abendessen günstiger war als Take-away zuhause. Ein paar realistische Lebenshaltungskosten in Athen:
- Kaffee: 1,50–3 €
- Gyros: 4–5 €
- Mittagessen in einer lokalen Taverne: 8–12 €
- Abendessen inklusive Drinks: 15–20 €
- Lebensmittel pro Monat: ungefähr 180–220 €
- WG-Zimmer in Athen: ungefähr 400–600 € pro Monat, je nach Gegend
Am meisten mochte ich an Athen eigentlich die Zeit außerhalb der Hauptsaison. Die Stadt fühlt sich dann weniger touristisch, ruhiger und einfach lokaler an.
Nach dem ersten Monat: warum ich von Athen nach Thessaloniki gezogen bin
Ich mochte Athen wirklich, aber ich wusste nicht, ob ich dort langfristig wohnen wollte. Die Stadt ist groß, laut und ständig in Bewegung. Das ist erstmal spannend, aber nach einer Zeit merkte ich, dass ich etwas Ruhigeres wollte. Menschen um mich herum empfahlen mir ständig Thessaloniki, also fuhr ich für ein Wochenende hin und verstand sofort warum. Im Vergleich zu Athen fühlte sich Leben in Thessaloniki:
- kompakter
- einfacher zu Fuß
- etwas günstiger
- entspannter im Alltag
Meine monatlichen Kosten in Thessaloniki sahen ungefähr so aus:
- WG-Zimmer nahe der Promenade: 340 € pro Monat
- Lebensmittel: etwas günstiger als in Athen
- Coworking-Space zweimal pro Woche: ungefähr 60 € pro Monat
- Gesamtes Monatsbudget: ungefähr 750–900 €, abhängig vom Lifestyle
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Was Remote-Arbeiten in Griechenland wirklich braucht
Remote-Arbeiten in Griechenland klingt online oft perfekt, aber in der Realität funktioniert es nur gut, wenn du selbst Struktur aufbaust. Das hat mir wirklich geholfen, als ich komplett remote gearbeitet habe:
- Jeden Morgen kurz rausgehen vor der Arbeit
- Feste Arbeitszeiten haben
- Ein oder zwei feste Cafés oder Coworking-Spots nutzen
- Eine zweite SIM-Karte als Internet-Backup haben
- „Zuhause“ und „Arbeit“ mental voneinander trennen
„Remote-Arbeit gibt dir viel Freiheit, aber du musst dir selbst Struktur schaffen. Als ich das verstanden habe, fühlte es sich wie die beste Balance an, die ich je hatte.“
Es dauerte ungefähr ein bis zwei Wochen, bis ich meinen Rhythmus gefunden hatte. Danach war Remote-Arbeiten aus Thessaloniki viel entspannter und produktiver, als ich erwartet hatte. Am wichtigsten war eigentlich, den Tag wie einen normalen Arbeitstag zu behandeln, mit Anfang, Ende und genügend Gründen, zwischendurch rauszugehen.
Wochenendtrips von Thessaloniki: Chalkidiki, Meteora und die nördlichen Inseln
Einer der größten Vorteile vom Leben in Nord-Griechenland ist, wie einfach du am Wochenende komplett woanders sein kannst. Ein paar Trips, die sich wirklich lohnen:
- Chalkidiki, ungefähr zwei Stunden mit dem Bus von Thessaloniki entfernt. Klares Wasser, ruhige Strände und außerhalb der Saison super entspannt.
- Meteora, riesige Felsen mit Klöstern oben drauf. Ein komplettes Wochenende inklusive Transport, Unterkunft und Essen kostete uns ungefähr 120–150 €.
- Thassos, eine ruhigere griechische Insel, die du per Fähre von Kavala erreichst. Ich war im Oktober dort und konnte trotzdem noch im Meer schwimmen.
Das war wahrscheinlich einer der größten Unterschiede zu meinem Leben vor dem Umzug ins Ausland. Wochenenden fühlten sich plötzlich nicht mehr nur wie Erholung von der Arbeit an, sondern wie echte Erlebnisse.
Erst Büro oder direkt remote in Griechenland?
Ich glaube nicht, dass es darauf eine richtige Antwort gibt. Manche Menschen kennen Griechenland bereits, haben dort Freund:innen oder bauen sich Routinen problemlos alleine auf. Für sie kann ein direkter Remote-Start super funktionieren. Aber wenn du komplett neu in Griechenland anfängst, kann ein Start im Büro die Eingewöhnung wirklich einfacher machen.
Für mich hat dieser erste Monat im Büro extrem geholfen. Ich hatte Zeit, praktische Dinge zu regeln, den Alltag in Griechenland zu verstehen und erst einmal eine Routine aufzubauen, bevor ich komplett remote gearbeitet habe. Ich verließ Athen mit einem Bankkonto, einer Steuernummer und Kolleg:innen, mit denen ich bis heute Kontakt habe.
Dadurch fühlte sich der Umzug nach Thessaloniki eher spannend als stressig an.
Ich lebe immer noch in Thessaloniki, arbeite immer noch für dasselbe Unternehmen und laufe samstags immer noch mit einem Kaffee an der Promenade entlang. Was mir Leben und Arbeiten in Griechenland letztendlich gegeben hat, war genau das, was ich mir damals vom Auslandsumzug erhofft hatte: besseres Wetter, ein ruhigeres Lebenstempo, neue Freundschaften und ein Alltag, der sich viel ausgeglichener anfühlt als früher.
Bereit für Griechenland?
Egal ob du dir vorstellst, in Athen eine Routine aufzubauen oder remote aus einer ruhigeren Stadt wie Thessaloniki zu arbeiten: Leben und Arbeiten in Griechenland wird schnell mehr als nur ein kurzer Auslandsaufenthalt. Für Marco machte der Start im Büro alles einfacher, sozialer und deutlich weniger stressig. Sobald er den Alltag in Griechenland kannte, fühlte sich Remote-Arbeit viel natürlicher an.
Jeder erlebt den Umzug ins Ausland anders, aber der richtige Job und Unterstützung am Anfang machen oft einen riesigen Unterschied.
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